Beherrschung II

Es war einer der heißesten Sommer seit langem und das nicht nur meteorologisch.
Ihr Partner und sie hatten wieder mal Streit. Es lief schon länger nicht mehr so richtig. Nach 14 Jahren war alles nur noch Routine und von Enttäuschung und Verletzungen verbittert, vom Alltag erdrückt, machte man sich gegenseitig das Leben schwer. Sexuelle Gleichgültigkeit bis hin zum Widerwillen zog ein und fickte man dann doch mal miteinander geschah es nur eines gewissen Druck- und Aggressionsabbaus wegen. Eintöniger Blümchensex, schnell vorbei. Verlernt zu flirten, sich selbst sexy zu finden, nur noch als Eltern funktionierend.
Tja, bis zu diesem Festival...
Nur ihre beste Freundin und sie, vier Tage lang, weit weg von zuhaus. Das hatten sie sich gegenseitig zu ihrem runden Geburtstag geschenkt. Seine Worte zum Abschied waren: " Fahr nur zu und mach was du willst !". Das tat weh, trotz all der Abgestumpftheit. Die Rechnung dafür würde er bekommen. So fuhren sie los, vier Tage Sonne pur, Musik, Party und jede Menge interessanter Menschen erwartete die beiden. Bewußtseinsverändernd, entfesselnd, befreiend. Nein, sie war nicht auf der Suche. Ihr war nicht nach ficken. Sie wollte feiern, tanzen, trinken... bis zu jenem Augenblick. Es war bereits später Abend geworden, ihre Freundin war längst zurück im Zelt. Doch sie war hellwach, genoss die Schwüle der Nacht und sah sich im Gedränge der Menschenmenge die letzte Band an. Hinter der Absperrung standen ein paar Jungs von der Security und beobachteten eben die Menge wie sie das meistens tun. Alles wie immer- und doch nicht. Sie spürte jemandes Blicke von dort vorne auf ihr ruhen. Es war ein heißer Tag, sie trug ein knappes Trägershirt in dem sich ihre Titten von beachtlicher Größe deutlich abzeichneten und dazu eine ziemlich knappe, kurze Jeans die ihre langen, braungebrannten Beine zeigte. Sie bewegte sich im Beat der Musik die ihr fremd war aber sie liebte es zu tanzen, ganz und gar und leidenschaftlich. Doch da war es wieder, dieses Gefühl beobachtet zu werden und da trafen ihre Blicke das erste Mal auf seine. Wow... aber bestimmt nur Zufall dachte sie und konzentrierte sich weiter auf die Band. Aber sie war neugierig geworden, sehr neugierig. Und wieder trafen sich ihre Blicke. Da stand er, still und unbewegt und sah sie an mit diesem geheimnisvollen Lächeln auf den Lippen und diesem lauernden Blick unter der tief ins Gesicht gezogenen Kapuze seines schwarzen Pullis an. Ausdruckslos versucht sie ihre aufsteigende Nervosität zu unterdrücken und schaut sich weiter diese Band an, die sie längst schon nicht mehr interessiert. "Der meint nicht mich, wieso auch" denkt sie und merkt gleichzeitig wie ihr Puls steigt, ihr heiß wird und sie immer unruhiger wird. Sie kann nicht anders, sie muß wieder in seine Richtung schielen und er steht dort wirklich immer noch mit diesem heimlichen Grinsen und Augen die sich bis in ihr Innerstes bohren. Verstohlen dreht sich sich um um zu sehen ob da nicht doch "Germanys next top Model" hinter ihr steht und sie sich in ihrem sich-angesprochen-fühlen grad zum Affen macht. Aber nein, keine Konkurrenz in Sicht. Er meint micht! Hmmm, dieser Blick ist der Hammer. Er erinnert in seiner Art an einen Löwen der auf Beute lauert, grrr! Und es war um sie geschehen. Sie konnte sich ihm nicht mehr entziehen. Er hatte sie völlig in seinen Bann gezogen. Immer wieder mußte sie seine Blicke suchen und es durchfuhr sie jedesmal wie ein Blitz mitten ins Herz und mitten in ihren, immer nasser werden Schoß. Oh verdammt, er machte sie irrsinnig scharf. Sie wurde süchtig nach diesen krassen Augen, nach all dem, was er in seiner ruhigen, unaufgeregten Art ausstrahlte. Sie wollte ihn, unbedingt. Sie mußte ihn kennenlernen, mußte wissen wie er schmeckt, küßt, sich anfühlt. Sie wollte nur noch sein Opfer sein, sich ergeben, hingeben. Alles andere hörte auf zu existieren. Und dann war er weg, ganz plötzlich, einfach so. Musik aus, Licht an, aus der Traum. Sie wartet noch lange, vergebens. Nein, er kommt nicht wieder, er sucht mich nicht. Verdammt, warum hat er nicht versucht mich abzuschleppen, wo ist er nur, wer ist er? Sie denkt an nichts anderes mehr. Nicht auf dem Rückweg zum Zelt, nicht die ganze Nacht über in der sie seine Augen bis in den Schlaf verfolgen.
Published by chicalocita
11 years ago
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stesik
stesik 10 years ago
Schön beschrieben!
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morpheus81 11 years ago
i like...wie es wohl weiter geht (ginge)?
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